Importpreise klettern weiterhin um rund 30 Prozent


Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

Die Importpreise waren im Juni 2022 um 29,9 Prozent höher als im Juni 2021. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

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Dabei hat sich der Anstieg zwar den zweiten Monat in Folge abgeschwächt – aber das nur minimal. Im Mai hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +30,6 Prozent gelegen, im April bei +31,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Mai stiegen die Importpreise im Juni um 1,0 Prozent. Energieeinfuhren waren im Juni um 136,0 Prozent teurer als im Vorjahresmonat und 5,9 Prozent teurer als im Mai 2022.

Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich sei weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet, so die Statistiker. Diese Preise lagen im Juni 2022 fast dreimal so hoch wie im Juni 2021 (+198,9 Prozent). Nachdem sie von April bis Mai 2022 um 3,6 Prozent gefallen waren, stiegen sie im Juni 2022 gegenüber Mai um 3,0 Prozent. Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +109,7 Prozent und Erdöl mit +85,3 Prozent.

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Hier stiegen die Preise auch gegenüber dem Vormonat Mai 2022 wieder an: bei Mineralölerzeugnissen um 9,1 Prozent und bei Erdöl um 8,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juni aber immer noch um 15,4 Prozent höher als im Vorjahr und 0,3 Prozent niedriger als im Vormonat Mai. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 24,6 Prozent über dem Stand des Vorjahres (+0,1 Prozent gegenüber Mai 2022). Importierte Vorleistungsgüter waren im Juni 2022 um 22,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (-0,7 Prozent gegenüber Mai 2022).

Importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen waren mit einem Plus von 159,6 Prozent immer noch erheblich teurer als im Juni 2021. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise aber zum zweiten Mal in Folge, diesmal um 3,7 Prozent. Höher als im Juni 2021 waren außerdem vor allem die Importpreise für Rohaluminium (+65,2 Prozent) sowie für Papier und Pappe (+41,7 Prozent). Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+41,0 Prozent) sowie Kunststoffe in Primärformen (+21,6 Prozent) waren weiterhin erheblich teurer als vor einem Jahr.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Papier-, Karton- und Pappepreise weiter an (+1,2 Prozent), während Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 4,2 Prozent, Kunststoffe in Primärformen um 1,4 Prozent und Rohaluminium um 0,2 Prozent preiswerter importiert wurden. Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Juni 2022 um 7,7 Prozent über denen von Juni 2021 (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+8,7 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,1 Prozent). Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 13,1 Prozent teurer (+0,3 Prozent gegenüber Mai 2022), vor allem bedingt durch den Preisanstieg im Vorjahresvergleich für Nahrungsmittel (+22,0 Prozent gegenüber Juni 2021).

Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +35,5 Prozent, für Milch und Milcherzeugnisse mit +30,9 Prozent sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +23,9 Prozent deutlich über denen von Juni 2021. Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 9,6 Prozent mehr als im Juni 2021 (+0,6 Prozent gegenüber Mai 2022). Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 22,3 Prozent über denen von Juni 2021 (-3,0 Prozent gegenüber Mai 2022). Insbesondere Rohkaffee (+56,6 Prozent) und Getreide (+47,9 Prozent) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin erheblich teurer.

Im Vormonatsvergleich blieben die Kaffeepreise stabil, während Getreide zu 3,0 Prozent niedrigeren Preisen importiert wurde. Der Preisauftrieb bei lebenden Schweinen gegenüber dem Vorjahr verringerte sich auf nur noch +3,9 Prozent, da sie gegenüber Mai 2022 deutlich preiswerter waren (-5,0 Prozent). Der Index der Exportpreise lag im Juni 2022 um 16,1 Prozent über dem Stand von Juni 2021. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+16,8 Prozent im November 1974 gegenüber November 1973). Im Mai 2022 und im April 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +15,9 Prozent beziehungsweise bei +16,0 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat Mai 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,9 Prozent. Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatte im Juni 2022 die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, mit einem Plus von 19,7 Prozent (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2022), so die Statistiker. Hier lagen insbesondere die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+143,7 Prozent) sowie für Metalle (+28,9 Prozent) erheblich über denen des Vorjahresmonats.

Die hohen Preissteigerungen bei ausgeführten Energieträgern (+147,1 Prozent gegenüber Juni 2021) hatten wegen des geringen Anteils an der Ausfuhr insgesamt einen schwächeren Einfluss auf den Gesamtindex als die Vorleistungsgüter, so das Bundesamt.