Ukraine kritisiert deutsche Haltung bei schweren Waffen


Foto: Panzer auf Lkw, über dts Nachrichtenagentur

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat die jüngst angekündigte Waffenlieferung der Bundesregierung an die Ukraine begrüßt, aber auch auf schwere Waffen gedrängt. Die Ukrainer seien sehr enttäuscht, “dass die Ampel nach wie vor an ihrer unergründlichen Blockadehaltung festhält, keine Leopard-Kampfpanzer, keine Marder-Schützenpanzer und sogar keine Fuchs-Transportpanzer zu liefern”, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

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Diese Verweigerungspolitik stehe “im krassen Widerspruch zum gerade verkündeten Anspruch Deutschlands, eine Führungsrolle zu spielen”, so der Botschafter. Er appellierte er an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), “endlich grünes Licht für schwere Waffen zu geben, die die deutsche Rüstungsindustrie schon vor Monaten hätte liefern können”. Es gehe vor allem um 100 Marder und 88 Leopard-1-Panzer. Melnyk sagte: “Als stärkstes Land in Europa muss die Bundesrepublik ein Beispiel von Leadership für andere Länder statuieren und sofort die Lieferung von Leoparden, Mardern und Füchsen freigeben.”

Der scheidende Botschafter, der im Oktober nach Kiew zurückkehrt, bedauerte, dass die Ankündigung “50 Dingo-Fahrzeuge sowie 2 MARS II-Systeme mit 200 Raketen an die Ukraine endlich zu liefern”, erst nach einem starken öffentlichen und medialen Druck möglich gewesen sei. Sie zeige aber, dass Deutschland durchaus in der Lage sei, die ukrainischen Streitkräfte auch weiterhin mit schweren Waffen aus eigenen Beständen der Bundeswehr zu versorgen. Die These, dass die Bundeswehr dabei “ausgeplündert” würde, sei an den Haaren herbeigezogen. Es gebe nach seinen Informationen noch “sehr viel Luft nach oben”, um der Ukraine – ohne jegliche Verzögerung – militärisch unter die Arme zu greifen und Menschenleben zu retten, sagte Melnyk.

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Er forderte die Bundesregierung auf, “dieses ewige Hin und Her ad acta zu legen”. Es ginge nicht nur um die Befreiung von Gebieten “vom russischen Joch”, sondern vor allem darum, neue Massaker an ukrainischen Zivilisten wie in Isjum zu verhindern.