Verdächtiger gesteht geplante Lauterbach-Entführung


Foto: Karl Lauterbach, über dts Nachrichtenagentur

Einer der fünf mutmaßlichen Terroristen, die eine Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben sollen, hat ein Geständnis abgelegt. Der Buchhalter und ehemalige NVA-Soldat Sven B. räumte die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft weitgehend ein, berichtet der “Spiegel”.

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Demnach sollte der Entführung ein politischer Umsturz folgen. Nach Angaben von B.s Verteidiger plante sein Mandant, den Minister durch Bewaffnete vorübergehend gefangen zu nehmen und vor laufenden Kameras einen “Haftbefehl” gegen ihn zu verkünden. Anschließend sollten mehrere Hundert von B.s Telegram-Kontaktpersonen an einem geheimen Ort zu einer “Sitzung zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reichs” zusammentreten. Um das Volk auf den Regierungswechsel vorzubereiten, wollte B. seinem Anwalt zufolge einen “Doppelgänger” von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzler Olaf Scholz oder eines anderen prominenten Politikers auftreten lassen, der die Rechtmäßigkeit des Umsturzes bestätigen sollte.

Danach war “ein bundesweiter Stromausfall” vorgesehen, um die Menschen von der “Medienberichterstattung abzuschneiden”, so Grassl. Sein Mandant sei davon ausgegangen, dass “Teile der Polizei und der Bundeswehr” seine Pläne unterstützen würden. Zuvor wollte B., der laut Grassl in der DDR eine Offiziersschule besucht und nach der Wende in Russland gearbeitet hatte, jedoch die Zustimmung Wladimir Putins zur neuen Regierung einholen lassen. B.s Motiv sei eine tiefe Unzufriedenheit mit der deutschen Politik, insbesondere den Coronamaßnahmen, gewesen.

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Der 54-jährige Sven B. war im April verhaftet worden, zeitgleich mit drei weiteren Männern, die ebenfalls der Corona-Protestszene zugerechnet werden. Einer von ihnen war in Neustadt an der Weinstraße beim Versuch festgenommen worden, von einem verdeckten Ermittler Pistolen und Kalaschnikow-Gewehre zu kaufen. Ein Beschuldigter aus Bayern hortete bereits Waffen. Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vor.

Sie sollen sich bei Treffen sowie in Telegram-Gruppen mit Namen wie “Vereinte Patrioten” oder “Tag X Deutschland” ausgetauscht haben.